CFS, MCS, FMS – Therapie und Differentialdiagnostik

Zusammenfassung des Vortrags von
Prof. Dr. Wolfgang Huber
anlässlich  der Fatigatio-Fachtagung vom 24.-25. September 2010 in Dortmund

Prof. Dr. Wolfgang Huber ist Internist und Nephrologe. Er hat lange eine nephrologische Klinik in der Nähe Heidelbergs geleitet und dort auch an der Universität gelehrt. Er ist von Anbeginn der Umweltmedizinbewegung in dieser aktiv und spielte als Gutachter eine wesentliche Rolle in den Prozessen mit der chemischen Industrie um die Schäden durch Holzschutzmittel. Er ist jetzt in einer Privatpraxis für Umweltmedizin in Heidelberg tätig.

Prof. Hubers Vortrag konzentrierte sich auf die praktische Umsetzung des vorhandenen Wissens über die Krankheitsmechanismen beim Chronic Fatigue Syndrom, bei der Multiplen Chemikaliensensitivität und der Fibromyalgie im Rahmen der Differentialdiagnostik und und Therapie dieser Erkrankungen.

Er hat viele Patienten, die mittellos sind, weshalb er viele der theoretisch sinnvollen Untersuchungs- und Behandlungsverfahren nicht einsetzen kann, da sie von den Kassen nicht bezahlt werden und zu teurer sind, um von den Patienten finanziert werden zu können. Deshalb muss er die Dinge auf das herunterbrechen, was finanziell leistbar ist.

Ursachen und Diagnosekriterien von Multisystemerkrankungen:

Wichtig sei es, die Problematik der chronisch degenerative Entzündungsprozesse bei CFS, MCS und anderen chronischen Krankheiten anzupacken. Die seien im Zentrum der Multisystemerkrankungen, aber nicht eine Depression – die sei allenfalls die Folge solcher Entzündungsprozesse. Eine Erhöhung der entzündlichen Zytokine (Tumornekrose alpha und Interleukin 6, CPR und andere) findet man auch bei anderen Erkrankungen wie Artheroskleorse, Herzinsuffizienz, Nierenerkrankungen, entzündlichen Darmerkrankungen und Diabetes mellitus Typ 2. Auch virale Erkrankungen und Erkrankungen durch Umweltgifte seien eine physiologische Einheit, denn ebenso wie CFS, MCS, Fibromyalgie und Reizdarmsyndrom gehören sie in die Kategorie chronisch degenerativer Entzündungsprozesse. Man findet bei allen eine vermehrte Inflammation und verminderte Abwehrfunktion.

Die überwiegenden Ursachen sind Viren, auch Retroviren, bakterielle Infektionen, aber auch chronische Einwirkungen von Chemikalien wie Holzschutzmittel, Lindan, Herbizide, Dioxine, Formaldehyd, PCB, Pyrethroide oder Schimmelpilze. Auch chronische Entzündungsprozesse wie Granulome und chronische Zahnfleischentzündungen sind zu beachten. Manchmal sind sie eine Begleiterkrankung, manchmal die Ursache. Nicht zu vergessen sind auch ein HWS-Schleudertrauma, körperliche Traumata, Kohlenmonoxidvergiftung, Organophosphate andere Umweltgifte oder schwerer psychologischer Stress. Chemikalien mit hoher Speicherfähigkeit lösen u.U. Autoimmunprozesse aus.

Quelle zum weiterlesen: www.cfs-aktuell.de

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